Die Ständerbauweise ist eine der grundlegenden Bauweisen für Holzhäuser. Den Ständerbau findet man beispielsweise sehr oft bei Fachwerkhäusern und ähnlichen Bauwerken. Hierbei werden sogenannte Ständer- bzw. Skelettbauten aus Holz von der Schwelle bis zum Dach errichten, welche als tragendes System und Seitenwände zugleich dienen. Im Gegensatz zu anderen Skelettbauweisen wird bei der Ständerbauweise ein geringerer Abstand zwischen den einzelnen Ständern eingehalten, was dem Bauwerk eine besonders stabile Statik verleiht.

Die Ständerbauweise ist keinesfalls eine neuartige Erfindung, sondern entwickelte sich schon im 13. Jahrhundert aus der sogenannten Pfostenbauweise. Die Pfostenbauweise wiederum ist schon seit der Jungsteinzeit bekannt, war jedoch aufgrund der in den Boden getriebenen Stützpfosten sehr anfällig gegen Fäulnis. Im europäischen Mittelalter war die Ständerbauweise Standard und wurde in erster Linie bei der Errichtung von Fachwerkhäusern, aber auch beim Bau von Scheunen, eingesetzt. Auch ermöglichte die Statisch sehr stabile Bauweise des Ständerbaus zur damaligen Zeit erstmalig den Bau von mehrstöckigen Wohnhäusern. Im Nordamerika der ersten Besiedlung wurde die Ständerbauweise, welche die Siedler aus Europa mitbrachten, ständig weiterentwickelt und schließlich etablierte sich die Bauweise und ist auch heute noch in ganz Nordamerika zu finden.

Die Ständerbauweise gliedert sich in zwei verschiedene Systeme auf – dem Bohlenständerbau und dem Blockständerbau. Bei einem Bohlenständerbau werden mit Hilfe einer Nut waagrechte Bretter und Bohlen zwischen die tragenden Ständer angebracht. Einen Blockständerbau hingegen erkennt man an den 10-12 cm dicken Blockhölzer, die nahezu bündig zwischen die tragenden Elemente des Ständer-Skelettes angebracht werden. Heutzutage finden sich zahlreiche moderne Fertigbausysteme für beide Arten der Ständerbauweise.